Sonntag, 22. Juni 2014

Train ride, schoolshow und das WM Spiel Deutschland gegen Ghana

Am Freitag war ein besonderer Tag im Kindergarten. Die Kindergartenlehrerinnen hatten einen einen „Train ride“ organisiert, da das Thema der Woche „Transport“ war. Also eigentlich war es kein richtiger Zug sondern nur ein Traktor der mehrere kleine Waggons hinter sich herzog in denen die Kinder saßen.Früher konnten die Lehrerinnen wohl einen richtigen Train ride organisieren mit einem echten Zug aber dieses Jahr war dies nicht möglich. Aber auf jeden Fall schon mal schön, dass sie überhaupt etwas organisieren konnten. Als wir also in den Kindergarten kamen spielten alle Kinder draußen, da der Traktor um 9 Uhr kommen sollte. Wenn alle Kinder draußen spielen und wir zum Kindergarten kommen, fühlen wir uns schon manchmal wie Superstars, denn sobald die Kinder uns von weitem sehen, hören sie auf zu spielen und rufen „Teacher, Teacher“ und rennen auf uns zu wie eine kleine Horde Fans und wollen uns alle umarmen und begrüßen. Nicht selten fängt dann relativ schnell ein Kind an zu weinen, weil es von den größeren weggeschubst wurde. Ja das Leben als Superstar ist schon nicht einfach wenn man gleichzeitig versucht ein weinendes Kind zu trösten und sich auf den Beinen zu halten weil 10 Kinder gleichzeitig versuchen einen zu umarmen. Als dann nun endlich der Traktor kam waren alle Kinder schon ganz aufgeregt. Die Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, erst die Jüngeren, dann die Älteren. Teilweise fingen die Kleinen allerdings bei dem Anblick der Wagen an zu weinen, weil sie so etwas vorher noch nie gesehen hatten. Sie fahren zwar alle ohne Angst hinten auf der Ladefläche eines Pickups mit, fangen dann aber an zu weinen bei dem Anblick eines Traktors mit Wagen hinten dran. Also fuhren nur die Kinder mit, die sich auch trauten. Bei der zweiten Runde durften dann auch Larissa und ich mitfahren. Alle Kinder hatten sehr viel Spaß durch die Nachbarschaft zu fahren in den kleinen Waggons. Am Nachmittag war dann Kids club. Die Sekretärin hatte uns angerufen und uns gebeten mit den Kindern für den Sportsday nächste Woche zu trainieren. Das Problem an der Sache war eher, dass sie an diesem Freitag Netball üben sollte. Netball ist in etwa ähnlich wie Basketball, allerdings hatte weder die Sekretärin, noch die Leiterin des FSP Ahnung von den Regeln dieses Spiels und ich am aller wenigsten. Erschwerend kam noch hinzu, dass es keine Körbe gab. Glücklicherweise hatten die Kinder ein wenig Ahnung von diesem Spiel, aber es kam immer wieder zu Konflikten zwischen ihnen, die ich noch nicht einmal lösen konnte, weil alle wie wild in Damara aufeinander einredeten. Also saß ich eher am „Spielrand“ und beobachtete das ganze und passte auf die Sachen der Kinder auf. Nächste Woche sollen wir dann jeden Tag mit den Kindern trainieren, davor werde ich mir aber zumindest einmal die Regeln ausdrucken. Am Abend veranstaltete dann eine der Schulen eine Show mit Tanzakts, Dramen und natürlich einer Modelshow. Ungewöhnlicherweise startete die Show Punkt 7, ging dafür aber endlos lang. Um 23.30 gingen wir nach Hause und die Show war immer noch nicht zu Ende.Die Schüler dort waren allerdings extrem laut und feuerten die Tanzgruppen jedesmal so an, das man das Gefühl hatte man könnte auch auf einem Justin Biber Konzert sein.

Am nächsten Tag war Abends das WM Spiel Deutschland gegen Ghana. Erst wollten wir das Spiel in einem Golfclub anschauen, dort waren die wenigsten allerdings an diesem Spiel interessiert und es war schwer sich auf das Spiel zu konzentrieren während laute Africaans Musik aus den Lautsprechern dröhnte. Also wechselten wir nach 20 min in das Hotel ganz in der Nähe, in dem wir schon zuvor das erste Spiel angeschaut hatten. Nach diesem anstrengenden und langen Wochenende war ich froh, dass ich am Sonntag nichts zu tun hatte und ein bisschen entspannen konnte.  

Mittwoch, 18. Juni 2014

Ein langes Wochenende

Dieses Wochenende war wieder einmal ein langes Wochenende, so wie viele in letzter Zeit. Allerdings wussten wir dies erst zu spät, daher hatten wir keine Reisepläne gemacht.Also blieben wir zu Hause. Freitags hatten alle Lehrer eine Konferenz, weshalb die Kinder nicht in die Schule mussten, daher kamen auch keine Kinder in den Kindergarten, da dann die älteren Geschwister auf die Jüngeren aufpassen. Also meinte die Direktorin des Kindergarten zu uns, dass wir auch nicht zu kommen brauchen, da ja eh keine Kinder da wären. Tja, zu früh gefreut, denn morgens um 7 Uhr bekam Larissa einen Anruf von einer der Kindergartenlehrerinnen, wir sollten doch bitte um 8 Uhr im Kindergarten sein, da die Direktorin ein Meeting mit uns und den Kindergartenlehrerinnen wollte. Da wir eine halbe Stunde ins Kinderdorf brauchten, zogen wir uns schnell an, aßen etwas und liefen los ins Kinderdorf. Auf dem Weg begegneten wir noch der Sekretärin des Kinderdorfes die allerdings von einem Meeting nichts wusste. Als wir in den Kindergarten kamen, warteten schon die Lehrerinnen in der Küche und meinten wir würden nur noch auf die Direktorin warten. Da allerdings kam plötzlich die Sekretärin des Kinderdorfes und wollte die Lehrerinnen zu einem anderen Meeting holen das die Direktorin einberufen hatte. Wir hatten uns also völlig umsonst abgehetzt und mussten nun eine geschlagene Dreiviertelstunde warten bis das Meeting zu Ende war. Danach kam endlich unser Meeting an die Reihe. Es ist schon erstaunlich wie viel mehr die neue Direktorin in der kurzen Zeit verändert hat in der sie da ist und wie viel Respekt die anderen ihr gegenüber zeigen. Nicht das sie den alten Direktor nicht respektiert hätten, aber in gewissem Maße schon etwas weniger als die neue Direktorin. In unserem Meeting ging es darum, dass zwei Lehrerinnen für ca. 2 und 3 Wochen auf einer Fortbildung sind und einer von uns eine der Klassen in dieser Zeit übernehmen muss. Als alles geklärt war konnten wir endlich um 11 Uhr nach Hause gehen. Da hatte ich mich leider zu früh aufs ausschlafen gefreut. Am Samstag besuchten wir ein Konzert des APC. In dem Arts und Performance Center können Kinder verschiedene Instrumente oder auch tanzen lernen. Der Jahresbeitrag ist extrem niedrig und Kinder die sich diesen nicht leisten können, können kostenlos am Unterricht teilnehmen. Beim Konzert traten viele Kinder verschiedenen Alters auf und zeigten, was sie bereits gelernt hatten. Es gab sogar ein kleines Orchester mit den Jüngeren und ein großes Orchester mit den Älteren. Allerdings hatten sie am Anfang einige technische Probleme, weshalb sich das ganze Konzert um eine halbe Stunde nach hinten verzog. Hätte mich ja auch gewundert wenn hier etwas mal pünktlich angefangen hätte, aber da wir dies ja schon gewöhnt sind von den Namibianern, störte es uns auch nicht weiter. Insgesamt war es ein sehr schönes Konzert und man hat gesehen wie viel Spaß es den Kindern bereitet zu musizieren und zu tanzen. Auch am Montag hatten wir frei, da African Children's Day war. Abends haben wir uns dann mit ein paar Freunden in der Bar eines Hotels getroffen um das Spiel Deutschland gegen Portugal anzuschauen. Es waren eher wenig Leute da und daher war die Stimmung nicht ganz so ausgelassen wie man sie von solchen Spielen normalerweise in deutschen Bars kennt und ja was soll ich sagen, ein bisschen vermisse ich das Public Viewing in Deutschland ja schon.  

Sonntag, 18. Mai 2014

Ombili Stiftung und Mokuti Lodge



An diesem Wochenende beschlossen wir die Ombili Stiftung zu besuchen. Diese ist eine Farm die den San – Leuten zur Verfügung gestellt wurde, damit diese dort leben und ihre Traditionen erhalten können, da sie sonst keinen Platz in Namibia zum Leben haben. Die Farm besteht aus einem Kindergarten, einer Primary School, einem Garten, drei Dörfern und mehreren Werkstätten. Den San wird dort gezeigt, wie sie ihre eigenen Sachen reparieren können und ihnen wird ein Platz gegeben wo sie selber Sachen anbauen können.Außerdem haben sie dort einen eigenen Schulchor und auch eine Comunity Hall wo Gottesdienste abgehalten werden und einmal die Woche Filmabende veranstaltet werden. Nachdem wir am Morgen versucht hatten dort anzurufen und keiner dran gegangen war, sind wir auf gut Glück losgefahren. Als wir dort ankamen, war die Rezeption geschlossen, allerdings kam nach einem warten eine Freiwillige aus Deutschland auf uns zu, die dort für ein Jahr arbeitet und machte eine Führung mit uns. Übrigens finde ich das sehr bewundernswert von ihr, ein Jahr dort zu arbeiten, denn obwohl Tsumeb ja schon nicht so groß ist, ist sie dort wirklich abgeschnitten von jeglicher anderer Zivilisation, denn bis zur Hauptstraße sind es 23 km Schotterstraße. Sie führte uns ein bisschen herum und erklärte einiges dazu. Danach tranken wir mit ihr und noch einer weiteren Freiwilligen die dort an der Schule für drei Monate arbeitet Kaffee und schauten uns den Souvenirshop an. 


Nachdem wir uns etwas über ihre und unsere Arbeit als Freiwillige ausgetauscht hatten, bekamen wir Hunger und fuhren Richtung Etosha um dort auf einer Lodge etwas zu Mittag zu essen. Da wir auf der ersten Lodge niemanden antrafen, fuhren wir zu Mokuti Lodge direkt vor dem Tor des Etosha Parks. Diese ist eine fünf Sterne Lodge und riesig. Nachdem wir etwas gegessen hatten, gingen wir noch in den Reptilpark der Lodge. Dort gab es lauter Schlangen die alle in Namibia leben, teilweise auch extrem gefährliche. Außerdem gab es dort auch Schildkröten und ein Krokodil. Der Park war aufgebaut wie ein Zoo, die Schlangen befanden sich alle in verschiedenen Glaskästen. Man merkte, dass Namibianer das Prinzip Zoo nicht so verstehen, denn der Namibianer mit dem wir da waren, lief im Eiltempo an den Kästen vorbei und blieb immer nur kurz stehen und da man die Schlangen nicht auf den ersten Blick sah, ging er sofort weiter. Es ist schon erschreckend wenn man sieht wie viele äußerst gefährliche Schlangen in Namibia leben. Mir war zwar klar, dass es hier viele gefährliche Tiere aber teilweise standen auf den Erklärungsschildern zu den Schlangen auch, dass sie menschliche Lebensräume, also Städte, als Lebensraum bevorzugen. Trotzdem war es interessant mal die gefährlichen Schlangen zu sehen von denen man vorher nur gehört hatte. Nachdem wir uns eine gute Stunde lang die verschiedenen Schlangen angeschaut hatten, fuhren wir wieder zurück nach Tsumeb, denn wir waren alle müde weil es ein doch relativ langer Tag war.

Kapstadt

Nach unserem Campingurlaub am Fish River Canyon ging es am nächsten Abend für Larissa und mich weiter nach Kapstadt. Nachdem wir uns mit reichlich Proviant versorgt hatten (ich habe natürlich zu viel gekauft, weil ich Angst hatte bei den 19 Stunden Autofahrt zu verhungern), ging es pünktlich los zur Shuttle Station.Wie das immer so ist in Namibia, fuhr der Shuttle natürlich nicht um 17 Uhr los, sondern erst um 20 nach 8. Wäre ja auch komisch gewesen, wenn der Bus pünktlich losgefahren wäre. Gegen drei Uhr in der Nacht sind wir dann endlich an die Grenze zu Südafrika angekommen. Allerdings verbrachten wir dort ganze drei Stunden weil sich unser Fahrer anscheinend mit den Polizisten dort angelegt hatte, vermutlich fehlten ihm einige Papiere. Während wir warteten, machten die südafrikanischen Polizisten ständig Witze über die Namibianer und als wir endlich im Bus saßen, kam ein Polizist um alle zu zählen. Eigentlich sollten mit Fahrer 22 Leute in dem Bus sein, der Polizist zählte aber 23. Nachdem der Fahrer schon nervös würde, stellte sich heraus, dass der Polizist einen Scherz gemacht hatte, und sich selber mit gezählt hatte. Gegen 5 Uhr ging es dann endlich weiter. Nachdem wir dann endlich in Kapstadt angekommen waren, wollten wir nur noch so schnell wie möglich in unser Hostel, was schwieriger war als gedacht, weil der Taxifahrer die Straße nicht kannte. Nach einigem hin- und herfahren und fragen eines Polizisten, fanden wir dann doch endlich unser Hostel. Wir duschten dann und gingen mit zwei Freunden mit denen wir die Zeit in Kapstadt verbringen wollten, noch etwas einkaufen. Am Abend wollten wir eigentlich nur in einer Bar etwas trinken, und dann ins Bett. Dann lernten wir jedoch noch drei Südafrikaner kennen und landeten am Ende auf der Longstreet, Kapstadts Partymeile. Der Abend wurde lang und wir kamen erst gegen 5 Uhr morgens in unser Bett. Am nächsten Tag stand eine Stadtführung auf dem Programm (mit Kater überhaupt nicht lustig).

Nach der Stadtführung ging es dann erst noch einmal ins Bett. Am Abend wollten wir zur Waterfront laufen, um dort etwas zu essen. Nach einem Umweg von 1 ½ Stunden kamen wir dann wirklich am Ende auch dort an, und fanden ein schönes Restaurant mit Blick auf die Bucht. Danach tranken wir noch etwas in einem Pub an der Waterfront und fuhren zurück zum Hostel. Am nächsten Tag hatten wir uns ein Auto gemietet, um zum Kap der guten Hoffnung zu fahren. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter und hielten noch an einem Strand an, an dem viele Pinguine lebten, kurz hinter Simonstown.

Wir wanderten ein bisschen am Kap entlang, machten viele Fotos und fuhren wieder zurück. Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem kleinen Café in eines der Fischerstädtchen an, und aßen mit Blick aufs Meer Crêpes. Eigentlich wollten wir uns danach noch auf dem Signal Hill den Sonnenuntergang anschauen, allerdings war es plötzlich so nebelig, dass man die Hand vor Augen nicht mehr sah. Stattdessen sind wir noch ein bisschen in der Stadt herumgefahren und haben uns as Stadion angeschaut. Am Abend sind wir dann noch in einen Club auf der Longstreet gegangen denn am nächsten Tag wollten wir alle erst einmal ausschlafen. Nachdem dann alle wach waren, sind wir zur größten Mall Africas dem Canal Walk gefahren.Das Taxi dahin kostete insgesamt 150 Rand. Die Mall hat insgesamt 400 Geschäfte und auf dem Food Court, einem Teil der Mall wo es nur essen gibt, fühlt man sich wie in Las Vegas weil überall bunte Lichter der verschiedenen Fast Food Restaurants blinken. Der Rückweg gestaltete sich etwas schwieriger, weil dort keinerlei Taxis waren. Schließlich fanden wir einen Securitymann der uns ein Taxi rufte. Anscheinend hatten die beiden ein Abkommen, denn der Taxifahrer gab dem Securitymann Geld. Dieses Taxi hatte allerdings ein Taxameter, weshalb die Fahrt ganz schön teuer wurde. Denn auch wenn das Taxi stand, lief der Taxameter einfach weiter, nicht viel aber immerhin ein bisschen. Am Ende kostete uns die Fahrt, während der wir die ganze Zeit zu vermeiden suchten das Taxameter anzustarren, 450 Rand. Als wir zurückkamen, hatten wir einen weiteren Gast auf unserem Zimmer, überraschenderweise aus der gleichen Stadt wie wir. Am Abend sind wir dann bei Arnolds, einem Restaurant in der Nähe unserer Hostels essen gegangen. Die Warzenschweinrips waren wirklich lecker, aber die Messer die man bekam um das Fleisch zu schneiden, glichen eher riesigen Jagdmessern. Danach spielten wir noch ein bisschen Pool in der Bar des Hostels und gingen ins Bett. Am nächsten Tag machten wir eine Stadiontour die unerwarteterweise wirklich interessant war und liefen ein bisschen auf dem Markt herum. Dort scheinen sie allerdings so gut ihre Sachen verkaufen zu können, dass sie nicht einmal handeln wollten.




Außerdem schauten wir uns die bunten Häuser der ehemaligem Sklaven an. Außerdem aßen wir etwas in Charlys Bakery. Diese Bäckerei macht einen super leckeren Schokoladenkuchen, den angeblich niemand komplett aufessen kann. Am Abend kamen noch zwei Freiwillige aus Stellenbosch die das Wochenende mit uns zusammen verbrachten. Nach einer langen Nacht auf der Longstreet, war eine Robbenisland Tour geplant.Das Wetter war allerdings nicht so gut, weshalb die Wellen extrem hoch waren und das ganze Boot schaukelte. Anscheinend sahen wir alle nach unserer langen Nacht so schlecht aus, das der Mitarbeiter mit den Kotztüten erst einmal zu uns kam. Nachdem wir die fast einstündige Bootsfahrt mehr oder weniger gut überstanden hatten, ging es auf der Insel weiter mit einer halbstündigen Busfahrt über die Insel und einem Besuch des Gefängnisses und Mandelas Zelle. Die Informationen die der Führer uns erzählte, der selber einmal Häftling dort war, waren zwar ganz interessant, insgesamt war die Tour aber nicht so spannend oder zumindest hatten wir etwas mehr erwartet. Nach einer dreiviertel stunde Bootstour zurück, die nicht besser war als die Tour hin, war ich froh als wir endlich im Hostel ankamen und etwas schlafen konnte. Danach gingen wir essen und zum Abschluss natürlich noch einmal auf die Longstreet. Nach einer viel zu kurzen Nacht, mussten Larissa und ich am nächsten Tag schon wieder nach Namibia reisen, da die Ferien sich dem Ende neigten und wir danach wieder anfangen mussten zu arbeiten. Die Rückfahrt verlief dann, natürlich auch wieder mit einer Stunde Verspätung, ohne weitere Probleme und auch der Grenze mussten wir „nur“ eine Stunde warten. Als wir am Montag Abend endlich in Tsumeb angekommen waren, wollte ich nur noch so schnell wie möglich ins Bett, denn am nächsten Tag mussten wir schon wieder früh aufstehen um in den Kindergarten zu gehen.




Samstag, 17. Mai 2014

Fish River Canyon





In den letzten zwei Wochen der Ferien gingen Larissa und ich auf Reisen. Wir haben jetzt übrigens auch eine kleine Findelkatze. „Tiger“ wurde von den Kindern vom Kinderdorf am Tor gefunden, als er etwa 1 ½ Wohchen war. Da die Kinder kein Geld für Milch hatten und ihn auch nicht mit ins Haus nehmen durften, haben wir uns kurzerhand entschlossen ihn aufzunehmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bezüglich des Futters wurde er dann doch mit Hilfe von Katzenmilch schnell immer größer. Wir hatten einige Schwierigkeiten ihn für die zwei Wochen unter zu bringen, da er noch mit der Hand gefüttert wurde, aber glücklicherweise vermittelte uns die Tierärztin eine nette Frau die auf ihn aufpasste. Danach stand der ersten Reise zum Fish River Canyon mit drei weiteren Freiwilligen aus Windhoek nichts mehr im Wege, dachten wir. Denn das wäre nicht Namibia wenn es nicht schon direkt am Anfang der Reise einige Probleme geben würde. Wir hatten hier in Tsumeb ein Auto gemietet, bei dem einzigen Autoverleiher den es hier gibt. Wir hatten extra eine etwas größere Klasse gemietet, da sowohl 5 Leute mit Gepäck hineinmussten, als auch mit Schlafsäcken und Zelten. Als wir ankamen stellten wir fest, es stand kein Auto in der Größe da, die wir gemietet hatten, nur eine kleinere Klasse. Auf unsere Fragen hin hieß es dann: „Wir haben nur diese Klasse hier.“ Als wir erklärten, dass wir eine größere Klasse gemietet und bezahlt hatten und diese bei fünf Personen auch bräuchten, wurde die Dame hinter dem Schalter langsam zickig, rief dann aber doch bei dem Autoverleiher in Windhoek an und meinte diese würden ein Auto in unserer Klasse hereinbekommen, wir sollten nach Windhoek fahren und sie würde uns anrufen wenn das Auto da wäre. Übrigens hat sie uns nicht angerufen (hätte mich auch gewundert so genervt wie sie von uns war), sondern ich habe dann selber beim Autoverleiher angerufen als wir in Windhoek ankamen. Das nächste Problem was sich erst mal nur mir stellte war, dass das Auto kein Automatik Auto war und ich seit meinem Führerschein aber nicht mehr mit Schaltwagen gefahren war. Mit ein bisschen Hilfe von Larissa ging es dann doch aber erstaunlich gut, obwohl es erst mal ungewohnt war, mit links zu schalten. Nachdem wir das Auto endlich hatten, fuhren wir zu Wohnung zurück, um unser Zelt und Gepäck einzuladen und hatten schon Probleme weil nur das Zelt in den Kofferraum gepasst hat. Nachdem der Rest dann auf dem Rücksitz verstaut war, konnte es eigentlich losgehen. Eigentlich auch nur weil plötzlich die Sekretärin vom Kinderdorf anrief und wollte das wir vorbeikommen. Obwohl wir schon nicht mehr ganz in unsrem Zeitplan waren, fuhren wir dann noch zum Kinderdorf wo die Sekretärin uns bat, ihr doch bitte einen Reisebericht vom Fish River Canyon zu geben, weil sie an einem Wettbewerb teilnehmen möchte. Da wir ein bisschen unter Stress standen, stimmten wir ihr zu um endlich losfahren zu können. Die Fahrt nach Windhoek verlief mehr oder weniger oder Probleme, außer das plötzlich ein Polizeiwagen auf unserer Spur auftauchte und wir an den Rand fahren mussten, weil hinter ihm ein Schwertransporter kam. Außerdem begegneten wir einem Mann der ein riesiges Kreuz auf seinem Rücken tragend die Straße entlanglief. Später auf dem Weg zum Fish River Canyon sahen wir dann eine Frau mit einem riesigen Kreuz. Bei Okahandja hielten wir dann einmal an, um über den Holzschnitzermarkt zu schlendern, der aus einer Reihe von kleinen selbstgezimmerten Holz-/bzw. Wellblechhütten besteht. Viele der Hütten verkaufen das selbe, aber wenn man genau hinschaut, findet man immer wieder kleine Unterschiede. Insgesamt lohnt es sich auf jeden Fall einmal kurz dort anzuhalten und sich die Sachen anzuschauen. In Windhoek angekommen, holten wir dann, immer noch mit dem viel zu kleinen Auto, die anderen drei Freiwilligen vom Zeltverleih ab, quetschten uns alle in das Auto und fuhren zum Autoverleiher der mir, nachdem ich dort angerufen hatte, bestätigte, dass wir das Auto tauschen könnten. Glücklicherweise hat dann auch alles in das neue Auto reingepasst. Am nächsten morgen ging es früh um 8 Uhr los, da wir eine ca. 9 stündige Autofahrt vor uns hatten und vor Sonnenuntergang das Tor erreichen mussten. Obwohl uns von vorherigen Freiwilligen fast schon Horrorgeschichten über die Gravelroad erzählt wurde, und wir keinen Geländewagen hatten, war die Strecke nicht so schlimm wie befürchtet. Nachdem wir aus Windhoek herausgefahren waren, folgten wir einer wirklich schnurgeraden Straße bis runter in den Süden Namibias. Ich finde es ja immer noch faszinierend wie gerade die Straßen hier alle gebaut sind. Irgendwann tauchten am Straßenrand nur noch Büsche auf, keine Bäume mehr, die Landschaft wurde weiter und es begegneten uns immer weniger Autos, obwohl wir immer noch auf der Hauptstraße waren. Man konnte manchmal bis zu einer Stunde fahren, bevor man das nächste Auto sah.Am Horizont tauchten irgendwann die Berge auf und das letzte Stück der Straße,die Gravelroad. Ohne Vorfälle errichten wir nach einer am Ende etwas holprig werdenen Gravelroad den Campingplatz Ai-Ais am südlichen Ende des Fish River Canyons. Wir hatten sogar noch Zeit uns den Platz im Hellen anzusehen und unsere Zelte aufzubauen. Es gab viele Feuerstellen und zwischendurch standen auch immer wieder Bänke und Tische. Das einzige was nicht so gut war, war dass es zu wenig Duschen gab, in jedem der ca. fünf Toilettenhäuschen nämlich gerade mal eine. Zudem waren extrem viele Familien mit Kindern da, weshalb ab 10 Uhr Nachtruhe war. Am nächsten morgen wurden wir dann auch pünktlich bei Sonnenaufgang von lauten Kindern und schepperndem Geschirr geweckt. Auch haben wir nach der ersten Nacht Mittags das Restaurant ausprobiert, was zwar ok war, wir aber vom aussehen her mehr erhofft hatten. Da das Camp in einem Tal liegt, und es dort aufgrund der sich stauenden Hitze extrem warm wird, wollten wir uns im großen Pool etwas Abkühlung verschaffen.Der Pool war leider nicht wirklich erfrischend, da er Badewannentemperatur besaß, weil er mit Hilfe der heißen Quellen die dort vorhanden sind, geheizt wird. Die heißen Quellen selber sind eher ernüchternd. Sie bestehen aus einem Brunnen in dem ein kleines Rinnsal in ein Rohr fließt und einem Schild, das davor warnt, das Wasser nicht zu berühren weil es heiß ist. 

Gegen Nachmittag sind wir dann zum anderen Camp am nördlichen Ende des Fish River Canyons gefahren, um dort zwei weitere Nächte zu verbringen. Auf dem Weg dorthin hielten wir, wir sind ja schließlich Touristen, an um ein Foto mit dem Wegweiser zu machen, der zum anderen Ende des Fish River Canyons führt. Plötzlich hielt ein Geländewagen neben uns und wir dachten zuerst, dass die Jungs, die alle nicht viel älter als wir waren und aus Südafrika kamen, vielleicht dachten, dass wir eine Panne hätte. Dann holten sie aber aus ihrem Kofferraum jede Menge Energydrinks heraus, drückten jedem von uns einen in die Hand und meinten, sie wären von dem Energydrink gesponsert und würden gerne eine Foto mit uns machen wie wir ihn alle in der Hand halten. Ob das jetzt wirklich so stimmte, oder ob das einfach nur eine Masche war ein Foto mit uns zu bekommen, wissen wir nicht,aber auf jeden Fall war es eine coole Aktion und am Ende haben wir auch noch Fotos ohne den Energydrink in der Hand gemacht. Am anderen Campingplatz angekommen haben wir erst einmal unsere Zelte augebaut. Auf diesem Platz hatte jede Campinstelle ihre eigene Feuerstelle und sogar eine Lagerfeuerstelle. Ausßerdem gab es jede Menge Bänke und Stühle überall. Das Camp war zwar kleiner aber trotzdem nicht schlecht, allerdings gab es hier kein Restaurant. In der ersten Nacht legten wir uns an den Pool und schauten uns den Sternenhimmel an. Da der Platz so klein war, gab es kaum störende Lichter und man konnte sogar die Milchstraße sehen.Allerdings wurde um 23 Uhr der Generator abgestellt, und kein einziges Licht ging mehr. Der komplette Platz war stockduster sogar in den Toiletten gab es kein Licht mehr. Dort hatten sich allerdings vorher auf Grund des Lichts jede Menge Heuschrecken gesammelt. Das war natürlich nicht so toll, im Dunkeln mit jeder Menge Heuschrecken sich noch die Zähne zu putzen. Am nächsten Tag sind wir zum 10 min entfernten View Point des Fish River Canyons gefahren.Von dort aus hat man einen wunderschönen Ausblick über den Canyon. Links und rechts verlaufen zwei weitere Straßen die zu Aussichtspunkten führen. Die erste haben wir nur zur Hälfte geschafft, da die Straße so schlecht war, dass wir schon Angst um unser Auto hatten.Also stellten wir es in der Mitte der Strecke auf einem Platz ab und liefen den Rest des Weges zu Fuß. Am Ende der Straße musste man einem kleinem Fußweg folgen um an den Rand des Canyons zu gelangen. Auch von dort hatte man einen wunderschönen Blick über den Canyon. Der Fußweg hatte sich also gelohnt. Die Straße zur anderen Seite hin haben wir dann gar nicht erst versucht zu fahren, sondern sind sofort gelaufen. Am Ende gelangte man zu dem Punkt, an dem die Wanderer in den Canyon hinabsteigen.Dort trafen wir ein Ehepaar aus Windhoek die gerade auf ihrem Heimweg von Kapstadt waren und noch einen Zwischenstopp am Canyon einlegten. Diese luden uns auf ein Getränk in das 20 km entfernte Roadhouse ein.Am Einstiegspunkt trafen wir auch ein Rettungsteam an, welche eine Gruppe Wanderer wieder aus dem Canyon herausholte.Die Frau des einen Wanderers war im Canyon umgekippt, und ein Hubschrauber musste sie herausholen. Die anderen Wanderer waren in guter Verfassung und konnten deshalb aus dem Canyon wieder herauslaufen.Allerdings ist der Abstieg extrem steil und so waren sie doch schon etwas geschafft als sie endlich oben ankamen. Die Wanderer haben wir später am Roadhouse wiedergetroffen. Glücklicherweise hat uns das Rettungsteam auf der Ladefläche ihres Landcruisers wieder bis zum View Point mit zurückgenommen, sodass wir nicht zurück laufen mussten. Danach sind wir zum Roadhouse gefahren um dort mit dem netten Ehepaar etwas zu essen.Das Roadhouse ist wirklich einen Besuch wert.Es besteht aus einem Hotel und einem Restaurant. In dem Restaurant stehen überall wunderschöne alte Autos und viele Kleinigkeiten aus den Zeiten, aus denen die Autos stammen. Nach einem leckeren Essen fuhren wir wieder zurück zum Camp um uns ein wenig auszuruhenn, bevor es wieder zurück zum Sonnenuntergang zum View Point ging. Zwischendurch haben wir noch etwas Holz gesammelt, um danach ein Lagerfeuer zu machen, was damit endete, das wir viele Schrammen an den Beinen hatten, weil die meisten Äste Dornen besaßen.Der Sonnenuntergang am Canyon war wunderschön. Der ganz Himmel war orangerot gefärbt und tauchte auch den Canyon in ein wunderschönes rötliches Licht.


Als wir wieder am Camp waren, wollten wir Nudeln kochen, was sich als schwieriger als gedacht herausstellte, da das Wasser über dem Feuer einfach nicht kochen wollte.Nach langem warten schmissen wir die Nudeln einfach in das mehr oder weniger heiße Wasser, in der Hoffnung es würde vielleicht funktionieren. Natürlich, wen wundert das, hat es nicht funktioniert und die Nudeln weichten eher auf. Mit viel Soße haben sie zwar dann immer noch nicht so gut geschmeckt, aber man konnte sie wenigstens halbwegs essen. Auch unser Lagerfeuer funktionierte nur mehr oder weniger gut. Die ersten Äste brannten gut,doch gegen Ende hatten wir leider einen Ast der gar nicht brannte. Trotzdem hatten wir fast eine gute Stunde lang ein schönes Feuer. Das Licht ging dann plötzlich auch einfach früher aus, weshalb wir beschlossen, schlafen zu gehen um am nächsten Tag früh den Rückweg nach Windhoek anzutreten.Wir sind dann wieder früh aufgestanden weil wir wieder eine lange Strecke vor uns hatten. Diesmal nahmen wir einen anderen Weg, also andere Gravelroad. Wir fuhren von unserem Camp nach Norden, bis wir wieder auf der Hauptstraße waren. Auch diese Gravelroad war nicht so schlimm wie erwartet, nur der letzte Teil kurz vor der Hauptstraße war extrem schlecht. Sonst gab es aber auf dem Rückweg nach Windhoek keine weiteren Zwischenfälle. In Windhoek angekommen blieben Larissa und ich noch eine Nacht bei den anderen Freiwilligen, denn am nächsten Tag sollte schon unsere Reise nach Kapstadt beginnen.

Sonntag, 6. April 2014

Das Osterprojekt



Da mein Laptop im Moment leider kaputt ist, wird das erst mal vermutlich für längere Zeit der letzte Eintrag sein, bis mir meine Mama einen neuen Laptop mitbringt.
Dieses Wochenende veranstalteten wir mit den Kindern in SOS ein Osterprojekt. Zwar ist erst in ein paar Wochen Ostern, da aber dann Ferien sind, werden kaum Kinder im Kinderdorf sein, weshalb unser Projekt diesen Freitag und Samstag stattfand.

Am Freitag bastelten wir kleine Osternester mit den Kindern, die wir am Ende wieder einsammelten, um sie am nächsten Tag wieder zurückzugeben, damit auch jeder am Ende wirklich ein Nest und ein Ei hatte und sein Osternest nicht schon am gleichen Tag irgendwo verlor. Für die Osternester kauften wir extra kleine Styroporbecher und Filzstifte und brachten Pappe, Kleber und Servietten mit, damit die Kinder die Becher verzieren konnten. Obwohl wir jedem Kind sagten, jeder bekomme nur einen Becher, da sonst nicht genug da wären, wurde ziemlich unachtsam mit unserem Material umgegangen. Jedes Kind versuchte so viel Material wie möglich zu bekommen, obwohl genug da war, was dazu führte, dass nach einigen Minuten die ersten Becher kaputt waren und die ersten Kinder weinten.
Man könnte es eher als einen „Material war“ was die Kinder da veranstalteten. Am Ende hatten wir zwar sehr schöne Ergebnisse an Osternestern, dafür aber auch kein Material mehr. Die Pappe und der Kleber waren komplett aufgebraucht oder flogen auf dem Kinderdorfgelände herum und dem groß teil der Filzstifte fehlte die Kappe. Nach knapp drei Stunden fühlte ich mich als hätte ich 6 Stunden mit den Kindern gebastelt und war froh als endlich jeder ein Osternest hatte und diese sicher im Office verstaut waren. Am nächsten Tag ging es gleich weiter. Wir hatten extra Eier gekauft und gekocht damit jedes Kind ein Ei bemalen konnte. Wir hatten ca. 20 Eier mehr als Kinder im Kinderdorf waren. Jedoch blieben am Ende gerade einmal 4 Eier übrig. Die Kinder verstanden nicht, dass jeder nur ein Ei bekommen sollte und so kam es dass nach 5 min die ersten Eier dellen hatten, weil sie heruntergefallen waren. Manche Kinder waren besonders gierig. Sie nahmen sich ein Ei, gingen hinter ein Haus und aßen es auf. Danach kamen sie wieder und behaupteten, sie hätten noch kein Ei bekommen. Andere behaupteten, sie würden ein Ei für ein Kind bemalen, was gerade nicht da war, nahmen es dann aber trotzdem für sich. Sehr schlimm fand ich, dass die Größeren teilweise den Jüngeren das Ei aus dem Osternest klauten. Am Ende waren wir völlig entnervt und beschlossen nach einer Stunde, nachdem alle Kinder ein Ei hatten und ein Osternest, völlig entnervt unsere Sachen zu packen. Das traurige Resultat von diesem Porjekt waren neben 40 fast nicht mehr brauchbaren Filzstiften zudem, dass unser kompletter Vorrat an Pappe und Kleber fast aufgebraucht war. Obwohl wirklich schöne Ergebnisse entstanden waren und die Kinder alle ehr viel Spaß hatten und wir ihnen zumindest dieses Wochenende mal eine Abwechslung geboten haben, werden wir wohl in nächster Zukunft erst mal kein größeres Projekt dieser Art mit ihnen machen und erst mal mit ihnen üben, wie man Materialien sparsam benutzt und zudem mit anderen teil, denn das können die Kinder im Kinderdorf überhaupt nicht.

Donnerstag, 6. März 2014

National Prayer Day


Manchmal fallen den Namibianern schon komische Sachen ein. Heute war National Prayer Day (http://www.newera.com.na/2014/03/06/national-prayer-day/) weil in Namibia so viel „Gender-based violence“ passiert. Daher hatte der Präsident dazu aufgerufen, heute um 10 zu beten. Auch in Tsumeb fand dafür sogar eine Veranstaltung im UN Park statt. Da wir hier keine Zeiktung lesen, bekamen wir das ganze natürlich erst einen Tag früher mit. Heute gingen wir also in den Kindergarten, wo uns die Kindergärtnerinnen erklärten, dass heute kein „Unterricht“ stattfindet, sondern die Kinder alle raußen spielen und um 9 Uhr zusammen gebetet wird. Außerdem macht der Kindergarten um 12 Uhr zu, da die Kindergärtnerinnen zu der Veranstaltung im UN-Park gehen. Natürlich kam dieser neue Feiertag einigen Mitarbeiter (der etwas fauleren Sorte im Kinderdorf) schon zu gute. Denn das heißt ja, nur ein halber Tag Arbeit. Da wir Donnerstags eh von 10-12 Uhr Babycreche machen, blieben wir also bis um 10 Uhr und beteten auch zusammen mit den Kindern um 9 Uhr. Dabei hielt die Direktorin des Kindergartens eine kurze Ansprache mit teilweise etwas doch eher fragwürdigen Formulierungen wie „this is because of all the bad people with their knife and guns outside that kill the people“,“u can see the blood everywhere when you watch tv“ und „they say they love each other but this is a lie in front of god“. Das eigentliche Gebet wurde dann von einer Kindergartenlehrerin auf Damara gehalten, weil dies ihre Sprache ist, und sie sagte, sie kann sich in ihrer eigenen Sprache besser ausdrücken, daher hält sie das Gebet auf Damara. Ob die Kinder wirklich verstanden haben warum sie heute gebetet haben und warum sie den ganzen Tag draußen spielen durften, darüber bin ich mir nicht sicher. Ein älteres Mädchen hat sich danach bei allen bedankt, dafür dass sie heute beten durften. Um 10 Uhr holten wir dann die Babys aus den Häusern um sie zu bespaßen. Am Ende stellte sich uns allerdings ein kleines Problem. Da viele der Mütter zu der Veranstaltung im Park gegangen waren, waren kaum welche da, denen wir die Babys hätten geben können, da ihre Mütter nicht da waren. Schließlich erbarmte sich dann doch eine Tante und passte dann nach der Babykrippe auf die Kinder auf, bis die Mütter wieder zu Hause waren. Ich bin dann nach dem Kindergarten zum UN-Park gelaufen um mir anzuschauen, was dort für eine Veranstaltung war. Anfangen sollte das ganze um 12.30 Uhr, aber wie das in Namibia so ist, fing es natürlich nicht pünktlich an, obwohl der Master of Ceremoy schon etwas bedacht war, das Programm halbwegs einzuhalten. In ganz Namibia waren die Arbeitgeber dazu aufgerufen ihren Arbeitnehmern wenigstens ab 10 in Windhoek und halb 1 in Tsumeb freizugeben, damit sie an den Veranstaltungen teilnehmen konnten. Etwa eine Viertelstunde später als geplant wurde dann angefangen (für Namibianische Verhältnisse wirklich sehr gut). Der Ceremony Master war schon bedacht halbwegs im Plan zu sein und drängte auch anzufangen mit den Worten „I can see the people from Shoprite, so maybe Shoprite is also closed so we have to be on time with our programme“.  Als erstes wurde die Nationalhymne und die African Union Anthem gesungen. Da keiner allerdings richtig anfangen wollte mit singen, wurde eine Freiwillige auf die Bühne gerufen die anfangen sollte. Die etwas ältere Dame fing dann auch zu singen, zwar mehr schlecht als recht und nach kurzem Gelächter stimmte dann jedoch die Menge ein und es hörte sich wirklich schön an wie mehrere hundert Menschen die National Anthem singen. Und dann wurde durch das Programm gegangen, nachdem geklärt wurde in welcher Sprache denn nun geredet werden sollte (ein immer wieder auftretendes Problem). Es wurde sich auf Afrikaans  und Englisch geeinigt. Bei dem Punkt „Lights of the Candles“ fragte der Master of Ceremony ob denn jeder eine Kerze mitgebracht hatte. Nachdem ein Murmeln durch die Menschenmenge ging, ertönte ein doch eher lautes klares „No“. Keiner wusste davon, nur die Bürgermeisterin hatte eine Kerze dabei. Und als aus der Menge dann auch noch getönt kam „We don’t need candles, we are the lights.“ Und die Menge zustimmend „Amen“ rief, hatte sich das Thema Kerzen dann auch erledigt. Neben einem Opening Prayer, gabe es auch welcoming remarks und eine minute of silence  bei der die Glocken aller Kirchen von ganz Namibia zur gleichen Zeit (nämlich um 13 Uhr) ertönten. Danach gab es biblical reflections, Gebete von verschiedenen Pastoren zu den Themen: gender-based violence, peace, family values, leaders und binding the blood thirst demons. Danach folgte eine „Introduction of a New Transformational Program“ und einige Abschlussworte und natürlich auch ein closing prayer. Während den Gebeten kamen immer wieder zustimmende Rufe aus dem Publikum in allen möglichen Sprachen.

Insgesamt war es sehr interessant zu sehen wie Namibia mit dem Thema Gewalt umgeht. Wenn vermehrt Gewalt gegen Frauen, aber auch gegen Männer auftritt, ist die erste Reaktion: zu beten. Ob das jetzt wirklich die vermehrte Gewalt eindämpft ist mal dahingestellt, aber auf jeden Fall schärft es schon etwas das Bewusstsein der Bevölkerung auf diese Weise darauf aufmerksam zu machen und erreicht so wenigstens auch eine breite Bevölkerungsgruppe.