Sonntag, 6. April 2014

Das Osterprojekt



Da mein Laptop im Moment leider kaputt ist, wird das erst mal vermutlich für längere Zeit der letzte Eintrag sein, bis mir meine Mama einen neuen Laptop mitbringt.
Dieses Wochenende veranstalteten wir mit den Kindern in SOS ein Osterprojekt. Zwar ist erst in ein paar Wochen Ostern, da aber dann Ferien sind, werden kaum Kinder im Kinderdorf sein, weshalb unser Projekt diesen Freitag und Samstag stattfand.

Am Freitag bastelten wir kleine Osternester mit den Kindern, die wir am Ende wieder einsammelten, um sie am nächsten Tag wieder zurückzugeben, damit auch jeder am Ende wirklich ein Nest und ein Ei hatte und sein Osternest nicht schon am gleichen Tag irgendwo verlor. Für die Osternester kauften wir extra kleine Styroporbecher und Filzstifte und brachten Pappe, Kleber und Servietten mit, damit die Kinder die Becher verzieren konnten. Obwohl wir jedem Kind sagten, jeder bekomme nur einen Becher, da sonst nicht genug da wären, wurde ziemlich unachtsam mit unserem Material umgegangen. Jedes Kind versuchte so viel Material wie möglich zu bekommen, obwohl genug da war, was dazu führte, dass nach einigen Minuten die ersten Becher kaputt waren und die ersten Kinder weinten.
Man könnte es eher als einen „Material war“ was die Kinder da veranstalteten. Am Ende hatten wir zwar sehr schöne Ergebnisse an Osternestern, dafür aber auch kein Material mehr. Die Pappe und der Kleber waren komplett aufgebraucht oder flogen auf dem Kinderdorfgelände herum und dem groß teil der Filzstifte fehlte die Kappe. Nach knapp drei Stunden fühlte ich mich als hätte ich 6 Stunden mit den Kindern gebastelt und war froh als endlich jeder ein Osternest hatte und diese sicher im Office verstaut waren. Am nächsten Tag ging es gleich weiter. Wir hatten extra Eier gekauft und gekocht damit jedes Kind ein Ei bemalen konnte. Wir hatten ca. 20 Eier mehr als Kinder im Kinderdorf waren. Jedoch blieben am Ende gerade einmal 4 Eier übrig. Die Kinder verstanden nicht, dass jeder nur ein Ei bekommen sollte und so kam es dass nach 5 min die ersten Eier dellen hatten, weil sie heruntergefallen waren. Manche Kinder waren besonders gierig. Sie nahmen sich ein Ei, gingen hinter ein Haus und aßen es auf. Danach kamen sie wieder und behaupteten, sie hätten noch kein Ei bekommen. Andere behaupteten, sie würden ein Ei für ein Kind bemalen, was gerade nicht da war, nahmen es dann aber trotzdem für sich. Sehr schlimm fand ich, dass die Größeren teilweise den Jüngeren das Ei aus dem Osternest klauten. Am Ende waren wir völlig entnervt und beschlossen nach einer Stunde, nachdem alle Kinder ein Ei hatten und ein Osternest, völlig entnervt unsere Sachen zu packen. Das traurige Resultat von diesem Porjekt waren neben 40 fast nicht mehr brauchbaren Filzstiften zudem, dass unser kompletter Vorrat an Pappe und Kleber fast aufgebraucht war. Obwohl wirklich schöne Ergebnisse entstanden waren und die Kinder alle ehr viel Spaß hatten und wir ihnen zumindest dieses Wochenende mal eine Abwechslung geboten haben, werden wir wohl in nächster Zukunft erst mal kein größeres Projekt dieser Art mit ihnen machen und erst mal mit ihnen üben, wie man Materialien sparsam benutzt und zudem mit anderen teil, denn das können die Kinder im Kinderdorf überhaupt nicht.

Donnerstag, 6. März 2014

National Prayer Day


Manchmal fallen den Namibianern schon komische Sachen ein. Heute war National Prayer Day (http://www.newera.com.na/2014/03/06/national-prayer-day/) weil in Namibia so viel „Gender-based violence“ passiert. Daher hatte der Präsident dazu aufgerufen, heute um 10 zu beten. Auch in Tsumeb fand dafür sogar eine Veranstaltung im UN Park statt. Da wir hier keine Zeiktung lesen, bekamen wir das ganze natürlich erst einen Tag früher mit. Heute gingen wir also in den Kindergarten, wo uns die Kindergärtnerinnen erklärten, dass heute kein „Unterricht“ stattfindet, sondern die Kinder alle raußen spielen und um 9 Uhr zusammen gebetet wird. Außerdem macht der Kindergarten um 12 Uhr zu, da die Kindergärtnerinnen zu der Veranstaltung im UN-Park gehen. Natürlich kam dieser neue Feiertag einigen Mitarbeiter (der etwas fauleren Sorte im Kinderdorf) schon zu gute. Denn das heißt ja, nur ein halber Tag Arbeit. Da wir Donnerstags eh von 10-12 Uhr Babycreche machen, blieben wir also bis um 10 Uhr und beteten auch zusammen mit den Kindern um 9 Uhr. Dabei hielt die Direktorin des Kindergartens eine kurze Ansprache mit teilweise etwas doch eher fragwürdigen Formulierungen wie „this is because of all the bad people with their knife and guns outside that kill the people“,“u can see the blood everywhere when you watch tv“ und „they say they love each other but this is a lie in front of god“. Das eigentliche Gebet wurde dann von einer Kindergartenlehrerin auf Damara gehalten, weil dies ihre Sprache ist, und sie sagte, sie kann sich in ihrer eigenen Sprache besser ausdrücken, daher hält sie das Gebet auf Damara. Ob die Kinder wirklich verstanden haben warum sie heute gebetet haben und warum sie den ganzen Tag draußen spielen durften, darüber bin ich mir nicht sicher. Ein älteres Mädchen hat sich danach bei allen bedankt, dafür dass sie heute beten durften. Um 10 Uhr holten wir dann die Babys aus den Häusern um sie zu bespaßen. Am Ende stellte sich uns allerdings ein kleines Problem. Da viele der Mütter zu der Veranstaltung im Park gegangen waren, waren kaum welche da, denen wir die Babys hätten geben können, da ihre Mütter nicht da waren. Schließlich erbarmte sich dann doch eine Tante und passte dann nach der Babykrippe auf die Kinder auf, bis die Mütter wieder zu Hause waren. Ich bin dann nach dem Kindergarten zum UN-Park gelaufen um mir anzuschauen, was dort für eine Veranstaltung war. Anfangen sollte das ganze um 12.30 Uhr, aber wie das in Namibia so ist, fing es natürlich nicht pünktlich an, obwohl der Master of Ceremoy schon etwas bedacht war, das Programm halbwegs einzuhalten. In ganz Namibia waren die Arbeitgeber dazu aufgerufen ihren Arbeitnehmern wenigstens ab 10 in Windhoek und halb 1 in Tsumeb freizugeben, damit sie an den Veranstaltungen teilnehmen konnten. Etwa eine Viertelstunde später als geplant wurde dann angefangen (für Namibianische Verhältnisse wirklich sehr gut). Der Ceremony Master war schon bedacht halbwegs im Plan zu sein und drängte auch anzufangen mit den Worten „I can see the people from Shoprite, so maybe Shoprite is also closed so we have to be on time with our programme“.  Als erstes wurde die Nationalhymne und die African Union Anthem gesungen. Da keiner allerdings richtig anfangen wollte mit singen, wurde eine Freiwillige auf die Bühne gerufen die anfangen sollte. Die etwas ältere Dame fing dann auch zu singen, zwar mehr schlecht als recht und nach kurzem Gelächter stimmte dann jedoch die Menge ein und es hörte sich wirklich schön an wie mehrere hundert Menschen die National Anthem singen. Und dann wurde durch das Programm gegangen, nachdem geklärt wurde in welcher Sprache denn nun geredet werden sollte (ein immer wieder auftretendes Problem). Es wurde sich auf Afrikaans  und Englisch geeinigt. Bei dem Punkt „Lights of the Candles“ fragte der Master of Ceremony ob denn jeder eine Kerze mitgebracht hatte. Nachdem ein Murmeln durch die Menschenmenge ging, ertönte ein doch eher lautes klares „No“. Keiner wusste davon, nur die Bürgermeisterin hatte eine Kerze dabei. Und als aus der Menge dann auch noch getönt kam „We don’t need candles, we are the lights.“ Und die Menge zustimmend „Amen“ rief, hatte sich das Thema Kerzen dann auch erledigt. Neben einem Opening Prayer, gabe es auch welcoming remarks und eine minute of silence  bei der die Glocken aller Kirchen von ganz Namibia zur gleichen Zeit (nämlich um 13 Uhr) ertönten. Danach gab es biblical reflections, Gebete von verschiedenen Pastoren zu den Themen: gender-based violence, peace, family values, leaders und binding the blood thirst demons. Danach folgte eine „Introduction of a New Transformational Program“ und einige Abschlussworte und natürlich auch ein closing prayer. Während den Gebeten kamen immer wieder zustimmende Rufe aus dem Publikum in allen möglichen Sprachen.

Insgesamt war es sehr interessant zu sehen wie Namibia mit dem Thema Gewalt umgeht. Wenn vermehrt Gewalt gegen Frauen, aber auch gegen Männer auftritt, ist die erste Reaktion: zu beten. Ob das jetzt wirklich die vermehrte Gewalt eindämpft ist mal dahingestellt, aber auf jeden Fall schärft es schon etwas das Bewusstsein der Bevölkerung auf diese Weise darauf aufmerksam zu machen und erreicht so wenigstens auch eine breite Bevölkerungsgruppe. 

Freitag, 21. Februar 2014

Happy Valentines Day!


Am Freitag den 14.02. war Valentinstag und das ist hier in Namibia nicht irgendein Tag an dem ein paar Rosen verschenkt werden, nein die Namibianer lieben den Valentinstag. In allen Schulen, im Kindergarten und natürlich auch im SOS Kinderdorf fand kein Unterricht statt sondern eine Modelshow bei der Mr. und Miss Valentine gewählt wurden. Natürlich sollten alle, auch wir, in rot und weiß kommen. Auf dem Weg zum Kindergarten kamen uns schon mehrere Klassen entgegen die „Happy Valentine to you“ sangen und kleine rote Herzen verteilten auf denen „Happy Valentine“ draufstand. Im Kindergarten angekommen, sahen wir schon von weitem die vielen Kinder alle in rot und weiß gekleidet. Außerdem hatten die Lehrerinnen vor der Küche schon einen kleinen Tisch aufgebaut auf dem die Geschenke für Mr. und Miss Valentine standen und den 2. und 3. Platz.


Nacheinander trudelten auch einige Eltern ein um ihre kleinen Lieblinge laufen zu sehen und der Kindergarten wurde in einen Modelsteg umfunktioniert. Dafür hatten wir natürlich die ganze Woche über mit den Kindern geübt. Die Eltern nahmen das Ganze natürlich viel ernster und einige klatschten den Kindern so viel Make up und Lippenstift ins Gesicht, dass man sie gar nicht mehr wiedererkennen konnte. Wir drei Freiwillige waren die Jury und sollten nach dem ersten Durchgang die 8 besten Jungs und Mädchen heraussuchen um einen Entscheidungswalk zu machen. Dafür mussten die Kinder aber erst einmal ihre Nummern bekommen, was natürlich wieder in einem einzigen Chaos endete, da die Kinder natürlich teilweise nicht auf ihren richtigen Namen sondern nur auf ihren Rufnamen hören und wir natürlich auch nicht alle Kinder der anderen Klassen kannten. Wir brauchten fast eine halbe Stunde in der wir in einer Horde von Kindern standen die alle schrien das sie ihre Nummer haben wollen und zwischendurch kamen immer wieder Kinder an deren Nummer bereits kaputtgegangen war oder sich verdreht hatte. Nach einer guten halben Stunde hatte endlich jedes Kind seine Nummer und war aufgestellt und wir konnten als Jury am Ende des Weges Platz nehmen. Dann ging es auch schon los und die Kinder hatten sichtlich Spaß am Modeln, sogar die Allerkleinsten, wie sie den Laufsteg herunterliefen und uns manchmal sogar eine Kusshand zuwarfen. Der Laufstil der Jungs ist hier allerdings sehr lustig, es sieht nämlich immer so aus als ob sie humpeln würden, weil sie hüpfen und gleichzeitig ein Bein hinterher ziehen. Als alle Kinder einmal gelaufen waren hatten wir auch schon die 8 besten herausgesucht und fingen an, sie am Anfang des Laufsteges noch einmal aufzustellen. Doch plötzlich ging es nicht mehr weiter. Keiner machte die Musik an und eine der Lehrerinnen stellte plötzlich alle Kinder am Anfang auf. Als wir nachfragten was denn los sei, kam nur die Antwort: „One of the parents is not satisfied.“. Da hatte sich natürlich eine Mutter beschwert weil ihr Kind nicht in die engere Auswahl kam und nun sollten alle Kinder noch einmal laufen und auch die Eltern sollten jetzt eine Stimme abgeben. Obwohl wir mehrmals sagten, dass es doch keinen Sinn machen würde wenn alle Eltern abstimmen, weil sie sowieso nur ihr eigenes Kind wählen und manche auch Freundinnen dabei hatten die dann natürlich nur das Kind der Freundin wählen würden, und es so sein kann, dass es keinen Gewinner gibt, ließen die Lehrerrinnen alle Kinder noch einmal laufen. Nur zwei Väter, die einzigen die da waren, stimmten uns zu und fanden das Ganze auch eher albern. Leid taten mir die Kinder dann schon, weil viele zu uns kamen und meinten, dass sie hungrig und müde seien und nicht mehr laufen wollen. Als dann alle Kinder gelaufen waren und wir die Stimmen auszählten, setzte sich die Mutter die wollte, dass alle noch einmal laufen, natürlich zu uns an den Tisch, damit wir auch ja nichts manipulieren. Am Ende stand dann glücklicherweise der Gewinner fest, nur um den dritten Platz musste noch einmal gelaufen werden. Als endlich alle Plätze bestimmt waren und die Gewinner jede Menge Bilder machen mussten, gab es dann auch endlich Kuchen, Süßigkeiten und etwas zu trinken für die Kinder.

Eigentlich waren wir von der Weihnachtsfeier schon geübt darin den Kuchen und das Trinken zu verteilen, dies ging diesmal allerdings nicht so einfach. Eine Mutter, die gleiche die auch wollte, dass alle noch einmal laufen und die am Ende trotzdem nicht zufrieden war, weil ihr Kind natürlich nicht gewonnen hatte, war der Meinung das Kommando an sich zu reißen und das wortwörtlich. Anstatt uns das Ausgeben der Sachen geordnet machen zu lassen, riss sie uns einfach den Kuchen und die Süßigkeiten mit einem extrem ruppigen Ton aus der Hand und verteilte es wahllos an die Kinder. Am Ende des Kinderhaufens stand dann natürlich gleich auch noch eine weitere Mutter die unbedingt wollte, dass ihr Kind jetzt sofort Kuchen bekommt, und deswegen alle Kinder nach vorne drängte. So passierte es, dass das Ganze natürlich in einem einzigen Chaos endete in dem immer wieder Kinder keinen Kuchen oder keine Süßigkeiten bekamen, und wir am Ende zu allen Kindern gehen  mussten um zu schauen ob sie auch wirklich alles bekommen haben. Das Verhalten der Eltern war unmöglich und auch die Kindergartenlehrerinnen fanden es gar nicht gut, allerdings trauten sie sich auch nicht etwas zu sagen, denn die Eltern bezahlen schließlich Geld dafür, dass ihr Kind in den Kindergarten geht und wer bezahlt hat nun mal das sagen, obwohl es sehr viele Kinder auf der Warteliste gibt und die Lehrerinnen sich das eigentlich nicht gefallen lassen zu brauchen, denn selbst wenn eine Mutter ihr Kind aus dem Kindergarten nehmen würde, gäbe es immer noch bestimmt 4 weitere Kinder die diesen Platz gerne hätten. Daher war ich froh, als endlich der Kindergartentag um war. Aber das war noch lange nicht das Ende des Tages.
Nach der Mittagspause gingen wir in die Location um mit den Kindern dort Valentinstagskarten zu basteln und kleine Armbänder aus Wolle zu flechten. Nach diesem entspannteren Teil des Tages, ging es auch schon wieder los ins Kinderdorf um dort die Modelshow zu sehen.

Eigentlich sollte die Show um 5 Uhr anfangen, aber wie das so ist in Namibia, fing sie erst um halb 7 an. Die Mütter hatten einen Kuchen gebacken und die Geschenke für die Mädchen gekauft, wir hatten die Geschenke für die Jungs besorgt und auch ein Plakat gebastelt, auf dem die Kinder ihre Valentinstagsgrüße aufkleben konnten und zudem hatten wir eine kleine Rede geschrieben. Die Kinder hatten die ganze Woche dafür geübt, und es war ein sehr schönes Programm mit mehreren Modeschauen, Tänzen und auch einigen Gedichten. Natürlich zog sich auch diese Show wieder in die Länge und ich war froh als ich am Ende todmüde ins Bett fallen konnte.



Donnerstag, 30. Januar 2014

Erste Arbeitswoche und Zwischenseminar

 
Nachdem wir von unserem Urlaub in Swakopmund wieder im  beschaulichen Tsumeb angekommen waren, hatten wir bald darauf auch unsere erste Arbeitswoche. Naja, eher eine halbe, denn Montag und Dienstag war eher noch aufräumen und putzen im Kindergarten angesagt. Ab Mittwoch kamen dann die ersten Kinder, und was für welche. Seit diesem Jahr werden auch 2-jährige angenommen und von den „alten“ Kindern waren nur noch sehr wenige übrig. Das hieß: viele kleine schreiende Kinder, die selten Englisch oder Afrikaans sprechen, meistens Damara oder Oshivambo, viele Rucksäcke die ständig vertauscht werden und natürlich kannten die Kinder ihre Namen nicht. Oft kennen die Kinder nur ihre Spitznamen die ihrem echten Namen allerdings überhaupt nicht ähneln. Wenn man dann natürlich einen völlig überforderten Taxifahrer hat, der grade mal weiß wie das Kind in etwa aussieht welches er abholen soll, aber nicht seinen Namen kennt, ist das Chaos völlig komplett. Denn wenn man dann erst mal das passende Kind für den Taxifahrer gefunden hat, fängt die Suche erst richtig an. Denn dann muss man erst mal die Tasche zu dem Kind suchen, natürlich steht da der echte Name drauf, den das Kind nicht kennt, dann fehlen meistens noch Jacken und Schuhe. So kam es in den ersten Tagen häufiger vor, dass Kinder einfach ohne Tasche nach Hause gegangen sind, weil die Taxifahrer am Ende völlig entnervt waren und die Kinder natürlich selber auch nicht wussten wie ihre Taschen aussahen. Auch während die Kinder draußen spielten, hatte man keine Minute Ruhe. Teilweise können die Kinder noch nicht alleine aufs Klo gehen, haben aber auch keine Windel mehr an. Wenn das Mädchen allerdings nur Oshivambo redet, dauert es natürlich seine Zeit bis man versteht, dass es aufs Klo möchte. Teilweise passierten natürlich trotzdem Missgeschicke und weil die Kinder, obwohl es den Eltern gesagt wurde, keine Wechselklamotten dabei hatten, mussten sie dann teilweise in viel zu großen Klamotten rumlaufen, weil im Kindergarten gerade nichts anderes gefunden wurde. Gleich am dritten Tag, wollten die Kindergartenlehrerinnen die Kinder in ihre Gruppen aufteilen. Die endete in einem heillosen Durcheinander weil die Kinder nach 10 min. keine Lust mehr hatten in einer Reihe zu stehen, wenn sie denn überhaupt einmal in einer Reihe standen.  Gerade die kleineren Kinder hatten überhaupt keine Lust darauf, und als ich einen kleinen Jungen in die Reihe stellen wollte, fing er an zu weinen und wollte gar nicht mehr aufhören. Da er gerade mal 2 Jahre alt war, nahm ich ihn kurzerhand einfach auf den Arm, obwohl er für sein Alter schon ganz schön schwer war. Währenddessen versuchte ich noch drei weitere Kinder in der Reihe zu behalten. Die Direktorin des Kindergartens lief derweil mit den Steckbriefen der Kinder zwischen den Reihen hindurch, auf der Suche nach dem passenden Kind auf den Bildern. Das endete dann damit, dass sie den Kindern teilweise den Steckbrief vor die Nase hielt und fragte: „Bist du das?“ oder „Weißt du wo derjenige ist?“. Zwischendurch kam noch eine Mutter und beschwerte sich, dass ihr Kind einfach von selber wieder nach Hause kam, dies lag jedoch daran, dass die Tante ihn einfach an den Eingang des Kindergartens abgestellt hatte, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Während sie sich beschwerte, stand das Kind immer noch am Eingang des Kindergartens. Zwischen dem Eingang des Kindergartens und dem Tor wo die Autos reinfahren, liegt eine große Sandfläche. Weil das Kind nach 5 min immer noch keine Anstalten machte seinen Rucksack abzulegen, ging ich, immer noch den 2-jährigen Jungen auf den Arm, in seine Richtung um ihn zu den anderen in die Reihe zu stellen. Das fand er allerdings gar nicht so gut und als ich immer näher kam, fing er an Richtung Tor zu laufen. Erst langsam dann immer schnell. Schnell setzte ich den Jungen also auf meinem Arm ab, der so verdutzt war, dass er noch nicht einmal anfing zu weinen, und rannte dem Jungen hinterher, der ganz schön schnell war. Zu allem Überfluss hatte ich auch noch Flip-Flops an und dachte schon ich kann ihn gar nicht mehr fassen, aber zum Glück konnte ich ihn vor dem Tor einfangen und zurück bringen, während er allerdings wie am Spieß schrie. Zu alledem hatten natürlich das Ganze ein paar Jugendliche aus dem Youth Haus beobachtet, das direkt neben dem Feld steht und fanden das natürlich extrem lustig. Ich war nur froh das ich den Ausreißer rechtzeitig vor dem Tor erreicht hatte und nachdem er erst mal eine ordentliche Standpauke von den Lehrerrinnen bekommen hatte, die Mutter schien das gar nicht zu stören das er weggerannt war, war er zwar am Anfang noch etwas eingeschnappt, hat danach aber keinen weiteren Ausbruchsversuch unternommen und die Lehrerinnen konnten die Kinder weiter in ihre Gruppen aufteilen.

Nach dieser aufregenden halben Arbeitswoche kam dann sofort auch schon das Zwischenseminar, welches auf einer Game Lodge in der Nähe von Windhoek stattfand. Es war echt interessant mal zu hören wie es den anderen erging obwohl wir größtenteils auch schon viel von den anderen erfahren hatten, weil wir mit den Freiwilligen aus Rehoboth unseren Urlaub in Swakopmund verbrachten und die Freiwilligen in Windhoek schon mehrmals besucht hatten. Trotzdem waren es sehr schöne Tage die ein abenteuerlicher Game-Drive krönte, bei dem das vordere Auto auf der extrem steilen Bergstrecke stecken blieb. Also mussten wir aus dem hinteren Auto aussteigen und uns auf die Leitern zum einsteigen des vorderen Autos stellen, damit es mehr Gewicht bekommt und nicht ständig eines der Räder abhebt. Nach mehreren Versuchen konnte der Fahrer das Auto glücklicherweise auf die Spitze des Berges fahren und nach vielen weiteren steilen Abfahrten, extremen Schieflagen der Autos und einem Gewitter kamen wir auch heile wieder auf der Lodge an.

Natürlich sahen wir auch einige Tiere darunter mehrere Giraffen mit Baby-Giraffen und eine Nashorn-Mutter mit Kind. Das Zwischenseminar endete am Donnerstag, jedoch blieben wir noch bis Sonntag in Windhoek um shoppen und feiern zu gehen und um eine unsere Freiwilligen zu verabschieden die auf Grund von Problemen mit ihrer Uni nach einem halben Jahr wieder nach Hause fliegen musste. Außerdem traf ich noch einen Freund aus Deutschland der jetzt auch für drei Monate in der Nähe von Windhoek in einer Grundschule arbeitet. Es war echt schön mal wieder ein bekanntes Gesicht zu sehen der auch viele Leute kennt die ich auch kenne und es war echt interessant zu hören was er so in dem halben Jahr alles schon erlebt hatte. Am Sonntagabend sind wir dann todmüde wieder zurück nach Tsumeb gefahren, denn am Montag fing schon die zweite richtige Arbeitswoche wieder an, natürlich wieder mit vielen kleinen und großen lachenden, schreienden und weinenden Kindern. 

Samstag, 4. Januar 2014

Windhoek, Soussusvlei und Swakopmund

So lange Ferien sind haben wir auch frei hier weil über Weihnachten keine einziges Kind im Kinderdorf ist und natürlich auch im Kindergarten nicht. Also entschieden wir uns ein bisschen zu reisen. Als erstes besuchten wir noch einmal ein paar Tage die Freiwilligen in Windhoek. Bisschen shoppen, bisschen feiern, so verbrachten wir hauptsächlich die Tage dort. Dann ging es am 20. Dezember los nach Soussusvlei. Wir hatten uns ein Auto gemietet welches der Freund von Leonie, einer der Freiwilligen mit denen ich zusammen wohne, fuhr. Auf dem Weg nach Soussusvlei war ich echt froh, dass es gerade nicht regnete denn teilweise ging die sandige Straße schon sehr steil bergab und wieder bergauf und mit dem Auto was wir gemietet hatten, wären wir bei Regen geradewegs wieder heruntergerutscht  und hätten es die Berge gar nicht erst hochgeschafft. Insgesamt gibt es drei Wege um von Windhoek nach Soussusvlei zu fahren. Einen kurzen, einen Langen und einen dazwischen. Wir wählten den mittleren Weg, weil es der einzige war der nicht über einen Pass führt und wir vorher schon gewarnt wurden, dass es sein kann, dass man ohne Geländewagen echte Probleme bei den Pässen bekommen würde. Erstaunlicherweise war der Weg der nicht über den Pass führte für Namibianische Verhältnisse echt gut, obwohl er nicht geteert war. SO erreichten wir dann ohne weitere Vorkommnisse unser Camp im Park. Wenn man nach Soussusvlei fährt, sollte man sich auf jeden Fall innerhalb des Parks einquartieren, nicht nur weil man dann nur einmal für den Park  bezahlt, sondern auch weil man vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang noch im Park herumfahren darf. Besucher die nicht im Park wohnen, müssen vor Sonnenuntergang aus dem Park raus sein und dürfen erst nach Sonnenaufgang wieder herein und müssen jedes Mal neu Eintritt bezahlen.  Wir hatten also einen Platz auf dem Campingplatz gebucht und stellten fest: Wir sind völlig falsch ausgestattet. Alle um uns herum hatten riesige Zelte die schon fast kleinen Häusern ähnelten und alle hatten Campingstühle und Tische. Wir dachten der Campingplatz wäre wie im Etosha ausgestattet wo jeder Platz seinen eigenen Tisch und vier Stühle aus Stein hatte und eine Grillstelle. In Soussusvlei gab es allerdings keine Stühle und keine Tische,  nur eine Grillstelle, also mussten wir auf dem Boden essen. Was an sich jetzt auch nicht so schlimm war. Viel schlimmer waren unsere Zelte. Wir hatten uns Zelte aus dem Kinderdorf ausgeliehen die allerdings nicht regendicht sind und auch nicht sonderlich stabil. Es windete allerdings so stark im Camp das wir zwischendurch die Stangen rausnehmen mussten und die Plane mit Steinen beschweren mussten damit uns das Zelt nicht wegflog. Trotz aller Vorsicht sind uns trotzdem leider die Stangen unserer Zelte gebrochen, was schon wirklich ärgerlich war, zudem war es schone echt nervig im Dunkeln jedes Mal das Zelt wieder neu aufzubauen.



 In der Vorletzten Nacht liefen zu allem Überfluss auch noch Skorpione im Camp herum und sogar unter das Zelt von Leonie und ihrem Freund die daraufhin im Auto schliefen. Wir hatten so Angst, dass die Skorpione auch unter unser Zelt krabbeln oder in unser Zelt, weil der Reisverschluss auch nicht mehr richtig geschlossen hatte von unserer Tür, sodass wir die Stellen an der Tür die offen waren mit Pflastern klebten und dann möglichst regungslos in unseren Schlafsäcken versuchten zu schlafen weil die Skorpione zwar wohl nicht durch den Schlafsack stechen können aber durch die Plane von unserem Zelt. Daher waren wir sehr bedacht, die Hände nicht auf den Boden des Zeltes zu legen. In der zweiten Nacht kam zu der Angst vor den Skorpionen auch noch ein Gewitter hinzu sodass kaum einer in unserem Zelt wirklich schlafen konnte, weil wir zudem Angst hatten, das Zelt könnte dem Sturm nicht standhalten und würde über uns einknicken. Mal ganz abgesehen von den schrecklichen Nächten waren die Tage doch sehr schön da. Allerdings waren drei Nächte dann noch etwas zu viel. Wir kletterten auf die Düne 45 und auch auf die Elim Düne und schauten uns dort wunderschöne Sonnenunter- und Aufgänge an. Man unterschätzt allerdings die Höhe der Dünen doch ganz schön und gerade mit Wind ist es verdammt anstrengend auf den Dünen herumzuklettern. 


Dann wanderten wir durch die Wüste zu Hidden Vlei. Zwei Kilometer durch die Wüste zu wandern über Sand ist schon sehr anstrengen und auch Dead Vlei konnte man nur zu Fuß erreichen, allerdings lohnt es sich schon dorthin zu laufen, da es ein wunderschönes Bild ist die vertrockneten Bäume zu sehen die aus dem Boden herausragen wie Hände. 


Natürlich fuhren wir auch nach Soussusvlei rein. Da man dafür allerdings einen Geländewagen braucht, fuhren wir mit dem Shuttle den der Park dort anbietet. Die Landschaft ist wunderschön, allerdings ist es auch extrem warm und am Ende des Tages freut man sich einfach nur auf eine Dusche um den ganzen Sand endlich herauszuwaschen der sich in der Zeit so in den Klamotten und auf der Haut ansammelt. Auch einen Canyon gab es dort durch den wir ein bisschen gewandert sind. An einer Stelle musste man über Steine klettern und kam dann zu einer halboffenen Höhle mit einem kleinen See darin. Wenn man so durch Park fährt, der übrigens eine geteerte Straße hat, sieht man immer mal wieder kleine Antilopen, Strauße und Oryxe. Wirklich schön sind auch die Sonnenuntergänge die die Dünen in ein rotes Licht tauchen, während sich die Farben am Himmel immer wieder ändern. 


Obwohl die Landschaft dort echt schön war, war ich schon froh als wir endlich auf dem Weg nach Swakopmund fahren. Denn durch das schlechte Wetter und den ganze Wind war auch das Grillen dort immer etwas schwierig. An einem Abend hatten wir sogar beschlossen nicht mehr zu grillen da es so windete, dass wir einfach nur noch Brot aßen, die Zelte aufbauten und ins Bett gingen. Da es von Soussusvlei nur einen einzigen Weg nach Swakopmund gibt, mussten wir über zwei Pässe fahren und durch den Naukluft Park. Dieser Weg war zwar auch ganz ok, allerdings musste man an manchen Stellen schon sehr langsam fahren, da wir keinen Geländewagen hatten. Zudem mussten man bei den Pässen schon extrem aufpassen da die Straße an den Seiten steil bergab ging und es am Straßenrand keine einzige Leitplanke gab, typisch Afrika halt. Außerdem war die Straße teilweise sehr schmal und kurvig und an einer Stelle musste man über eine Brücke, die allerdings einfach zur Hälfte von einem umgestürzten Baum versperrt war. Wenn man aber durch den Naukluft Park fährt hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Tal und riesige Berge. Nach dem Naukluft Park verläuft die Straße schnurgerade durch die Wüste bis nach Walvis Bay und von dort nach Swakopmund. Es ist schon faszinierend durch die Wüste zu fahren, während um einen herum nichts ist außer Steine und Sand und auch sonst niemand auf der Straße ist. Als wir endlich in Swakopmund angekommen waren und auch das Haus gefunden hatten, was wir gemietet hatten, trafen wir auch die anderen  vier Freiwilligen aus Rehoboth mit denen wir den Urlaub gemeinsam verbringen wollten. Unser Haus war riesig und nur 5 min vom Strand entfernt. Am ersten Abend gingen wir zu einem Mexikaner essen und danach gingen noch ein paar von uns und ich zu einer Hunters Party. Am nächsten Morgen war dann auch schon Weihnachten. Es war schon etwas komisch Weihnachten am Strand zu sein und mehr oder weniger zu schwimmen. Die Wellen waren so hoch, dass es fast unmöglich war ins Wasser hineinzukommen. Am Abend gingen wir in einem Restaurant am Strand essen und feierten dort zusammen Weihnachten. In Namibia wird Weihnachten erst am 25. Dezember gefeiert und die meisten Namibianer verbringen Weihnachten in Swakopmund am Strand und grillen dort. Die restlichen Tage verbrachten wir mit Shoppen, Sandboarding (das ist wie Snowboarden halt nur auf Sand), Lay-down Sandboarding ( man liegt auf einem Brett und fährt so die Düne herunter, wesentlich einfacher wenn man nicht Snowboarden kann ist Sandboarding nämlich auch nicht so einfach), einem Dolphin-Cruise (wir sahen Delfine und Seerobben und es kamen sogar Seerobben und Pelikane auf das Boot), Quadfahren durch die Wüste, einer Colourparty (das ist wie das Holi in Deutschland man hat gefärbtes Mehl und beschmeißt sich gegenseitig damit und am Ende sind alle bunt) und einer Silvesterparty mit mehreren tausend Leuten in einem alten Schwimmbad.



 Insgesamt waren wir 10 Tage in Swakopmund, die uns allen viel zu kurz vorkamen und obwohl wir eine so große Gruppe waren (9 Leute insgesamt) haben wir sehr viel zusammen gemacht und hatten jede Menge Spaß und ich freue mich schon alle auf dem Zwischenseminar am 18. Januar auf einer Lodge in der Nähe von Windhoek wiederzusehen. 

Montag, 9. Dezember 2013

Die Massentaufe






Am Samstagnachmittag wurden wir von einer der Kindergartenlehrerinnen zur Taufe des Kindes ihrer Schwester eingeladen. Die Taufe fand in einer Kirche in der Location statt. Pünktlich um 14 Uhr trafen wir dort ein. Es waren schon einige Familien mit ihren Kindern da, und auch schon einige Kinder die getauft werden sollten. Alle waren festlich angezogen und die meisten Kinder waren auch weiß gekleidet. Einige kleine Kinder hatten sogar Feenflügel an. Insgesamt wurden an diesem Nachmittag 32 Kinder jeglichen Alters getauft. Typisch Namibia fing der Gottesdienst natürlich nicht um 14 Uhr an, sondern etwa 20 Minuten später. Viel habe ich von dem Gottesdienst leider nicht mitbekommen, da der Priester hauptsächlich auf Damara, Oshivambo oder Afrikaans predigte. Einige Stellen sprach er auch auf Englisch, allerdings war sein Englisch so schlecht, dass man ihn kaum verstehen konnte. Zudem hat er extrem einschläfernd und leise geredet, sodass ich, als ich mich umschaute, auch wirklich einige schlafende Kirchenbesucher zählen konnte. Die Taufe an sich dauerte fast 3 Stunden. Immer wieder ging der Priester zu den Kindern die hinter dem Alter mit ihren Müttern in einem Halbkreis saßen und salbte sie oder tröpfelte Wasser auf sie oder auch Salz. Am Ende ging er auch mit einem weißen Kleid herum, legte es jedem Kind auf die Schulter als Zeichen dafür, dass sie nun durch das Wasser gereinigt seien. Wieder einmal sehr faszinierend war der Gesang. Es gab insgesamt 3 Kirchenmitglieder die zwischendurch einfach anfingen zu singen, solange der Priester herumlief, damit keine Stille aufkam. Sie hatten kein Gesangbuch vor sich und trotzdem schienen viele Leute immer wieder zu wissen was sie sangen und stimmten dann lauthals ein. Als endlich das Ende des Gottesdienstes kam, kamen noch einige Danksagungen auch von einem Vater dessen Kind getauft wurde. Als der Priester wieder redete realisierte ich, dass uns plötzlich alle anstarrten. Der Priester hatte uns gedankt, dass wir unsere Zeit mit ihnen verbracht hatten in der Kirche. War ja klar, wir fielen wieder einmal auf, weil wir die einzigen Weißen waren. Etwas unangenehm war es mir schon, dass wir als etwas Besonderes dargestellt wurden, nur weil wir die einzigen Weißen waren. Nachdem die Kirche endlich vorbei war und jeder jedem die Hände geschüttelt hatte und Wünsche überbracht hatte, fuhren wir zu dem Haus der Großeltern der Kindergartenlehrerin. Dort packten wir jede Menge Essen in die Autos und nach einer kurzen Zeit fuhren wir dann zu einem Saal, wo die Taufe noch einmal gefeiert werden sollte.  Als wir angekommen waren, hieß es wieder einmal warten und zwar darauf, dass das Fleisch endlich fertig wurde. Zwischendurch wurde auch eine Rede gehalten, von der Master of Ceremony. Für jede Festlichkeit gibt es immer einen Master of Ceremony der die Gäste durch das Programm führt. Auch hier wurde uns wieder einmal gedankt, dass wir den Abend mit ihnen verbringen. Schon seltsam, denn eigentlich haben wir ja ihnen zu danken, dass wir den Abend mit ihnen verbringen durften. Während wir auf das Essen warteten, wollten alle Bilder mit uns machen und auch nach dem Essen kam es immer noch vor, dass Bilder mit uns gemacht wurden. Nach einiger Zeit wurde dann endlich das Buffet eröffnet und danach wurde fröhlich gefeiert. Leider mussten wir die Feier schon relativ früh verlassen, da wir uns eigentlich noch mit Freunden zum Grillen verabredet hatten. Als wir dort ankamen, grillten wir wirklich noch einmal. Ich glaube ich habe noch sie so viel an einem Tag gegessen. Der Abend war dann auch noch sehr lustig und spät nachts fiel ich dann auch satt und todmüde ins Bett.

Montag, 2. Dezember 2013

Abenteuer Camping auf einer Farm


Von Donnerstag bis Samstag waren wir auf der Farm von den Eltern von einem Freund campen. Mitten in der Wildnis ohne Strom und fließend Wasser. Ok, eine Dusche hatten wir schon aber dafür mussten wir erst mal zu dem Farmhaus fahren. Ansonsten waren wir schon ganz schön abgeschieden, da diese Farm mehrere Hektar groß ist und bis auf das Farmhaus und ein paar künstlich angelegte Wasserstellen dort sonst auch nichts an der Natur verändert wurde. Am Donnerstagmorgen ging es los, erst einmal essen kaufen. Und was dafür natürlich gerade hier in Namibia nicht fehlen: Fleisch. Aber nicht irgendein Fleisch, nein T-Bone Steaks mussten es sein, na gut die sind hier auch extrem billig, und es war einfach so groß wie der Teller. Und natürlich Spieße, eingelegt in den verschiedensten Soßen. Nachdem wir dann alles eingekauft hatten, und nachdem wir ungefähr gefühlte dreimal zur Wohnung zurück fahren mussten weil wir irgendetwas vergessen hatten, ging es dann endlich los zur Farm die etwa 2 Stunden von Tsumeb entfernt ist.Davor haben wir noch einen kurzen Abstecher zu dem Meteoriten gemacht in der Nähe von Grootfontein. Dieser ist dort vor mehreren Tausend Jahren herabgefallen und einer der größten der Welt. Nachdem wir ihn uns angeschaut haben, ging unsere Fahrt auch schon weiter.



Auf der Farm angekommen, hieß es dann erst einmal Stühle, Tische und Matratzen vom Farmhaus holen, ein bisschen Komfort muss schließlich auch in der Wildnis sein. Wir hatten und extra ein riesiges Zelt von einem Freund ausgeliehen, damit die Matratzen auch hineinpassten. Nachdem wir unser Camp an einem Wasserloch aufgeschlagen hatten, hieß es erst einmal Feuer machen und Grillen, denn wir waren alle schon etwas hungrig geworden. Danach sind wir noch ein bisschen auf der Farm herumgefahren und haben uns auch erst mal eine kalte Dusche gegönnt. Dann war es schon wieder Zeit das Abendessen vorzubereiten. Ich hatte ehrlich gesagt schon ein bisschen Angst als es dunkel wurde, weil dann die ganzen Spinnen rausgekommen und die sind hier teilweise Handflächengroß. Gut das wir eh nur eine Kerze auf dem Tisch stehen hatten und man nicht sehen konnte was unter dem Tisch herumkrabbelte. Zwei kleinere Spinnen haben wir dann auch auf unserem Tisch gesehen aber die waren zum Glück nicht allzu groß.

 Nach dem Abendessen sind wir zur Wasserstelle gegangen, von wo aus man einen unglaublichen Ausblick auf den Sternenhimmel hatte. Nachdem wir noch ein bisschen zusammen saßen am Tisch und etwas getrunken hatten, sind wir dann auch ins Bett gegangen. Ein bisschen gruselig war es schon weil man auf Grund der Kerze gerade Mal einen Meter weit sehen konnte und danach war es einfach nur dunkel. Man hat dort nichts mehr gesehen und es gibt zwar eigentlich keine gefährlichen Tiere auf der Farm nur Antilopen und ungefährliche Wildtiere wie Gnus weil die Farm eingezäunt ist, jedoch gibt es Jakkals, so etwas wie ein wilder Hund der aber eigentlich sehr scheu ist, außer er hat Tollwut, aber trotzdem war es schon gruselig. Nachdem wir die erste Nacht allerdings ohne Vorkommnisse überlebt haben, war ich schon etwas entspannter. Wir sind dann zu einem er hat es „Damm“ genannt gefahren. Eigentlich ist es ein riesiger Behälter aus Stein  in den sie Wasser füllen und es dort aufbewahren und aus diesem riesigen Bottich läuft dann immer ein bisschen Wasser in einen kleinen Trog für die Rinder. Da die Arbeiter den Behälter erst vor ein paar Tagen sauber gemacht hatten, war noch nicht so viel Wasser darin, aber gerade genug um sich hineinzusetzen und abzukühlen, denn es wurde schon ganz schön warm. Nachdem wir es dann auch geschafft hatten in den Behälter hineinzuklettern, haben wir auch den halben Tag darin verbracht und fuhren dann zurück zum Camp um dort im Schatten den Mittag zu verbringen. Gegen Nachmittag fuhren wir wieder zurück zum „Damm“, allerdings fing es dann an in Strömen zu regnen, sodass wir uns nach kurzer Zeit ins Auto setzten um ein bisschen auf der riesigen Farm herumzufahren. Wir sahen sogar einige Gnus die im Regen herumrannten. Gegen Abend liefen wir dann ein bisschen in der Nähe des Camps herum und hatten einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang der den ganzen Himmel rot färbte. Glücklicherweise regnete es nicht weiter sondern tröpfelte nur noch ein bisschen, sodass wir den zweiten Abend auch draußen verbringen konnten und nachdem wir einige Runden Poker gespielt hatten und etwas um das Lagerfeuer herumsaßen, gingen wir dann auch schlafen. 

Am zweiten Abend allerdings hatte ich das Gefühl, dass die Insekten plötzlich größer geworden waren. Ständig flogen Insekten um das Kerzenlicht herum die aussahen wie aus einer früheren Zeit und zudem auch noch riesig waren. Und zudem hörten wir einen Jakkal relativ nahe am Camp jaulen, zwischenzeitlich haben wir Mädchen uns schon überlegt was wir machen wenn er doch Tollwut hat und uns angreift, allerdings hatte der Freund mit dem wir da waren ein Gewehr dabei, von daher hätte gar nicht so viel passieren können. Am nächsten Morgen haben wir dann gemütlich das Camp abgebaut und sind gegen Mittag wieder zurück nach Tsumeb gefahren.
Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir uns entschieden hatten von Donnerstag bis Samstag zu campen und nicht von Freitag bis Sonntag, denn der Freund erzählte uns, als er am Abend noch einmal vorbeikam um uns ein paar Sachen zu bringen, dass seine Mutter ihm eine SMS geschrieben hatte, dass die Arbeiter am Samstagmorgen in der Nähe des „Damms“ einen Löwen gesehen hätten, der wohl in die Farm eingebrochen ist. Glücklicherweise haben wir ihn nicht gesehen, obwohl der Damm gar nicht so weit von unserem Camp entfernt war. Aber gut, das ist hier halt Afrika und mit so etwas muss man wohl rechnen, auch wenn die Farm eingezäunt ist.
Am Samstagabend war ich dann noch mit ein paar Freunden feiern und musste feststellen: Es gibt Clubs in Tsumeb! Die erinnern zwar eher an Beachclubs weil sich wegen des Wetters alles draußen abspielt, aber sie hören dort echt coole Musik. Und obwohl ich die einzige Weiße dort war, ist das gar nicht so aufgefallen und der Abend war echt lustig.

Alles in allem war es echt ein spannendes Wochenende und ich glaube, wenn man schon einmal die Möglichkeit hat, auf einer Farm zu campen in der Wildnis, dann sollte man das auch auf jeden Fall mal ausprobieren, aber in nächster Zeit werde ich das wohl nicht wiederholen nicht nur wegen der Insekten, sondern auch wegen der Tatsache, dass man selbst auf der eingezäunten Farm nicht sicher ist vor z.B. Löwen und ich viel zu viel Angst hätte, dass wieder einer auf die Farm einbricht. Da muss ich echt sagen, Respekt an den Freund mit dem wir da waren, der einen Monat lang allein auf der gecampt hat, abseits von jeglicher Zivilisation.